Amaranth – wertvolles Getreide, welches eigentlich gar keines ist

Superfood Amaranth
Superfood Amaranth

Noch vor wenigen Jahren war Amaranth für die meisten von uns noch ein absolutes Fremdwort. Doch die Zeiten ändern sich: heutzutage ist Amaranth – manchmal auch Amarant geschrieben – deutlich bekannter. Das „heilige Wunderkorn der Inkas“ hat in den letzten Jahren Einzug gehalten in Naturkostläden und mittlerweile sogar in diverse Supermarktregale.

Zwar ist er immer noch lange nicht so bekannt wie Hafer oder Dinkel. Nur Experimentierfreudige wagen sich daran, Speisen zur Abwechslung mal mit dem Superfood Amarant, der im Übrigen den kleinen Hirsekörnchen recht ähnlich sieht, zuzubereiten. Die meisten Verbraucher kennen Amarant wohl – wenn überhaupt – vorwiegend aus dem Müsli. Denn mittlerweile kommt es tatsächlich in sehr vielen Müslimischungen vor. Darüber hinaus ist es aber auch noch in vielen anderen Lebensmitteln ein Bestandteil.

Amaranth, das Korn der Inkas und Azteken

Amaranth war bei Inkas und Azteken bereits vor 3000 Jahren ein Grundnahrungsmittel und genauso bedeutsam wie Mais oder Bohnen. Er zählt somit zu den ältesten von den Menschen kultivierten Pflanzen, die es gibt. Bei den Azteken war Amaranth sogar heilig und wurde als Bestandteil ihrer religiösen Zeremonien verwendet. Außerdem war auch zu der Zeit schon bekannt, dass Amaranth ausgesprochen gesund für den Menschen ist. So verwendeten schon die Inkas das kleine Korn, um die Abwehrkräfte zu steigern und um Infektionen abzuwehren. Südamerikanische Ureinwohner waren davon überzeugt, dass der Verzehr von Amaranth das Leben verlängert.

Dann allerdings kamen die spanischen Eroberer und verboten den Anbau und Konsum von Amarant. Das führte dazu, dass Amaranth jahrhundertelang quasi komplett von der Bildfläche verschwand und fast gänzlich in Vergessenheit geriet. Dennoch setzte sich das kleine Körnchen langfristig nach und nach wieder durch und hat heute nicht nur in Südamerika, Asien oder Afrika, sondern eigentlich auf der ganzen Welt an Bedeutung gewonnen.

Warum ist Amarant ein „Pseudogetreide“?

Amarant ist im Gegensatz zu Weizen Dinkel, Roggen oder Hafer kein echtes Getreide, sondern vielmehr ein Pseudogetreide oder Scheingetreide. Amaranth gehört nämlich genau wie Quinoa und Buchweizen zu den Getreideähnlichen – er ist zweiblättrig und gehört somit zur Familie der Fuchsschwanzgewächse.

Somit ist Amaranth aber gerade für Menschen mit einer Glutenunverträglichkeit das ideale Korn – es ist nämlich zu 100% glutenfrei.

Wie wird Amaranth angebaut?

Man kennt derzeit über 60 Amarant Arten, von denen jedoch nur 3 eine Bedeutung für die menschliche Ernährung haben. Die Pflanze kann eine Größe von bis zu 3 Metern erreichen und die Blütenstände, die in diversen roten, grünen und gelben Farben erstrahlen, werden bis zu einen Meter lang. Darin befinden sich nach der Befruchtung die eigentlichen Samen, also die Amarant- Körnchen. Sie sind ausgesprochen winzig: tausend dieser kleinen Körnchen bringen noch nicht einmal ein Gramm auf die Waage. Man erntet sie nach der Reifezeit von Hand und lässt sie dann in der Sonne trocknen. Eine Pflanze liefert übrigens etwa 50.000 der kleinen Körnchen.

Bei dem so genannten Dreifarben-Amaranth sind sogar die Blätter essbar. Sie schmecken ganz ähnlich wie Spinat.

Die meisten Amaranth Arten vertragen jedoch kalte Temperaturen nur ausgesprochen schlecht: schon bei weniger als 4 Grad C nimmt die Pflanze Schaden. Das heißt, dass Amarant in warmen Tälern am besten gedeihen kann. In Deutschland wird Amarant derzeit noch nicht angebaut, es laufen allerdings schon erste Kultivierung-Versuche.

Warum ist Amaranth so gesund?

Dass Amaranth sehr gesund ist, wussten schon die Inkas und die Azteken. Aber was genau hat es damit auf sich? Was macht Amaranth so gesund, dass es teilweise als echtes Wunderkorn bezeichnet wurde?

Schauen wir uns doch einmal die Inhaltsstoffe der kleinen Körnchen an. Auch wenn sie auf den ersten Blick doch eher etwas unscheinbar daherkommen – sie haben es absolut in sich. Amarant hat sogar, wenn man ihn mit anderen Getreidearten vergleicht, die Nase vorn, was den Inhalt an Mineralstoffen und Spurenelementen angeht. Vor allem: Die darin enthalten Inhaltsstoffe stehen untereinander in einem für den Menschen fast optimalen Verhältnis.

Kalzium, Magnesium, Eisen, Zink

Es ist wirklich erstaunlich, wieviel Kalzium, Magnesium, Zink und Eisen in den klitzekleinen Körnchen steckt. Amaranth gilt sogar als regelrechte Eisen- und Magnesiumbombe und auch hier übertrifft Amaranth andere Getreidearten um ein Vielfaches.

Eiweiß

Ganz wichtig: das im Amarant Korn enthaltene Eiweiß gilt als besonders wertvoll für den Menschen – ganz einfach deswegen, weil es sich dabei um die Aminosäuren Lysin und Methionin handelt, kombiniert mit einer Mischung aus allen weiteren wichtigen Aminosäuren, die es gibt. Während andere Getreidesorten einen vergleichsweise eher niedrigen Anteil an Lysin aufweisen, hat diesbezüglich Amaranth die Nase ganz vorn. Lysin ist deswegen so wertvoll, weil es sich positiv auf das Gehirn und die Nerven auswirkt.
Insgesamt stecken ca. 18 % Eiweiß im Amaranth, was ihn zum proteinreichsten „Getreide“ überhaupt macht.

Vitamine

Tatsächlich verstecken sich in Amarant sogar Vitamine verschiedener Art: ganz besonders zu erwähnen sind hier die verschiedenen B-Vitamine sowie das ebenfalls wichtige Vitamin E.

Ballaststoffe

Ballaststoffe finden Sich in Amarant ebenfalls jede Menge. Sie sorgen dafür, dass man lange satt bleibt. Das wiederum ist vor allem für diejenigen wichtig, die Wert legen auf eine gute Figur. Außerdem sind Ballaststoffe generell gut und gesund.

Ungesättigte Fettsäuren

Sogar die im Amaranth enthaltenen Fettsäuren sind empfehlenswert bei einer vollwertigen und gesunden Ernährung: Mehr als die Hälfte der Fettsäuren im Amaranth entfällt auf die zweifach ungesättigte Linolsäure. Diese tragen im Allgemeinen zu einer Senkung eines zu hohen Cholesterinspiegels bei. Immerhin bestehen die im Amaranth enthaltenen Fette zu mehr als 70% aus ungesättigten Fettsäuren, die sich nicht nur positiv auf den Cholesterinspiegel, sondern auch auf das Herz auswirken. Der Gesamtanetil an Fett liegt bei circa 10%.

Kohlenhydrate

Der Anteil an Kohlenhydraten im Amarant ist mit ca. 60% eher gering – dafür handelt es sich dabei um wertvolle Kohlenhydrate, die lange sättigen und leicht verdaulich sind. Generell sagt man Amaranth nach, dass er ganz besonders bekömmlich sei.

Wer kann von Amaranth profitieren?

Aufgrund der genannten positiven Inhaltsstoffe in diesem Urgetreide können Menschen mit den unterschiedlichsten Problemen bzw. Voraussetzungen davon profitieren. Wer zum Beispiel viel Sport treibt, braucht zum einen ausreichend Magnesium und zum anderen viel Eiweiß. Beides steckt in Amaranthkörnern in ganz besonderem Maße. Ganz davon abgesehen wird sogar gerade Leistungssportlern empfehlen, unmittelbar vor dem Wettkampf Amaranth zu verzehren, da die von den Körnern gelieferte Energie sofort zur Verfügung steht und die Wirkung darüber hinaus auch noch lange anhält – ideal also für alle, die viel und gerne Sport treiben!

Aber auch andere Menschen, die immer mal wieder unter Krämpfen leiden, die aufgrund von Magnesiummangel zustande kommen sowie all jene, die ohnehin einen erhöhten Bedarf an Magnesium haben (z.B. Schwangere und Stillende) tun sich damit etwas Gutes, wenn sie immer mal wieder Amarant auf den Tisch bringen. Außerdem tut Magnesium jenen Menschen gut, die viel Stress haben – es beruhigt die Nerven.

Weil aber nicht nur viel Magnesium im Amaranthkorn steckt, sondern auch erstaunlich viel Eisen, eignet sich das Körnchen auch für alle, die einen zu niedrigen Eisenwert im Blut haben. Häufig sind dies Stillende, Schwangere und ältere Menschen.

Magnesium, Eisen und Proteine

Veganer und Vegetarier haben zwar einen gleich großen Bedarf an Proteinen als Allesesser, können diesen aber durch tierische Produkte nicht decken. Gerade hier hat Amarant aufgrund seines hohen Proteingehalts, aber auch wegen des Eisens eine ganz besonders wichtige Bedeutung.

Wer Nervennahrung braucht, weil er viel geistig arbeiten muss, tut sich ebenfalls mit Amarant etwas Gutes – die darin enthaltenen toffe Lysin und Lecithin helfen dem Gehirn auf die Sprünge und unterstützen beim Denken.

Ältere Menschen wiederum haben einen erhöhten Bedarf an Kalzium und Magnesium aufgrund der Knochen, weiterhin ist auch bei ihnen das enthaltene Lysin hilfreich, weil es die Gehirnzellen auf Vordermann bringt.

Menschen, die unter einem erhöhten Cholesterinspiegel leiden, tun gut daran, sich mit Amarant anzufreunden, da, wie bereits oben erwähnt, die darin enthaltenen mehrfach gesättigten Fettsäuren dazu beitragen können, den Cholesterinspiegel zu senken.

Glutenallergiker können sich freuen: all diese guten Eigenschaften können auch sie sich zunutze machen, denn wie bereits erwähnt ist Amaranth völlig glutenfrei.

Amarant auch für Babys geeignet?

Wenn man sich vor Augen führt, wie gesund Amaranth doch offensichtlich zu sein scheint, wäre es naheliegend, es auch Babys zum Essen zu geben. Hier allerdings scheiden sich die Geister. Es wird derzeit offiziell davon abgeraten, Babys bis zu einem Jahr mit Amaranth zu füttern, weil sich darin bestimmte Gerbstoffe finden, die Babys besser nicht zu sich nehmen sollten. Zumindest wird davon abgeraten, Amaranth als Dauernahrung für die Kleinen einzusetzen. Ab etwa einem Jahr kann das Baby ab und zu Amarant oder auch andere Scheingetreidesorten im Brei bekommen.

Dürfen alle Menschen Amarant verzehren?

Leider nicht ganz. Weil Amarant sehr reich ist an Oxalsäure, wird meistens jenen Menschen, die an oxalhaltigen Nierensteinen leiden, von einem häufigen Verzehr abgeraten. Im Zweifelsfall ist es also hier immer besser, vorher den Arzt zu befragen.

Was kann Amaranth in der Ernährung noch bewirken?

Die guten Inhaltsstoffe sind auf jeden Fall beachtlich. Und wer regelmäßig Amarant verzehrt, kann tatsächlich davon profitieren, auch dann, wenn er möglicherweise bereits das eine oder andere gesundheitliche Problem hat.

Man vermutet, dass Amarant aufgrund des Lysins die Denk- und Merkfähigkeit verbessert, er soll bei Schlafstörungen helfen, sich positiv bei Kopfschmerzen auswirken und darüber hinaus Alterserscheinungen, Nervosität und Erschöpfung entgegenwirken.

Wie schmeckt eigentlich Amarant?

Gar nicht so einfach, den Geschmack von Amaranth treffend zu beschreiben. Am ehesten trifft es wohl zu, wenn man den Geschmack als leicht nussig und bitter bezeichnet. Schon beim Kochen entfalten die kleinen Körnchen ihren typisch-nussigen Geruch.

Wie kann man Amaranth überhaupt in der Küche verwenden?

Darin tun sich die meisten schwer: Was genau macht man denn nun mit Amaranth? Möglichkeiten gibt es mehr als genug. Zum einen könnte man die winzigen Körnchen einfach zu Mehl vermahlen und damit dann backen. Da in den Körnchen jedoch das Klebereiweiß fehlt, muss, damit der Teig auch aufgeht, noch anderes Mehl hinzugefügt werden, welches kleberhaltig ist – also beispielsweise Dinkel- oder Weizenmehl.

Alternativ lässt sich Amarant grundsätzlich gleich verwenden wie Hirse oder Reis. Das heißt, es macht als Beilage eine gute Figur, kann mit verschiedenen Gemüsearten kombiniert werden oder eignet sich auch hervorragend als leckere Fülle für Paprikaschote & Co. Sehr lecker schmeckt Amaranth übrigens auch, wenn man damit Bratlinge zubereitet. Amaranth passt geschmacklich auch sehr gut zu Kartoffeln – ein Kartoffelauflauf, der mit Amaranthkörnchen kombiniert wird, ist eine gute und schmackhafte Zubereitsungsart. Und natürlich passt er auch ganz hervorragend in Gemüsepfannen jeglicher Art – sein Geschmack ist ohnehin relativ neutral und harmoniert somit eigentlich mit fast allen erdenklichen anderen Geschmacksrichtungen wunderbar.

Als Beilage wird Amaranth ganz einfach mit der dreifachen Menge an Wasser circa 30 Minuten lang auf mittlerer Hitze gekocht, zuvor jedoch unbedingt in einem sehr engmaschigen Sieb gründlich unter dem Wasser abgespült.

Auch sehr lecker und supergesund ist es, wenn man sich aus den kleinen Amarant-Körnchen in einem speziellen Glas Keimlinge zieht.

Gepoppter Amaranth

Speziell diese Variante des kleinen Körnchens findet man mittlerweile in vielen Läden: Amaranth in gepoppter Form. Ganz ähnlich wie wir es vom Maiskorn kennen, werden die klitzekleinen Körnchen dafür so lange in der Pfanne erhitzt, bis sie „aufpoppen“. Vor allem gepopptes Amaranth schmeckt ausgesprochen lecker: leicht nussig und knusprig. Das macht es geradezu ideal als Zugabe fürs morgendliche Müsli. Alternativ kann man auch gepoppten Amaranth unter Teige rühren oder auch über fertiges Essen geben. So schmeckt er z.B. prima über frischem Obstsalat, in Pfannkuchen oder Pancakes. In Südamerika wird gepopptes Amaranth einfach mit etwas Honig und zerkleinerten Nüssen vermischt und so als Konfekt gegessen.

Produkte mit Amaranth

Der Trend scheint ungebrochen zu sein: Amaranth findet sich mittlerweile nämlich bei weitem nicht mehr nur im Müsli, sondern auch in diversen anderen Produkten wieder: so gibt es in Naturkostläden Amaranth-Brot, Kekse, Müsliriegel, Knäckebrot, Tütensuppe, Bratlinge, Backmischungen und sogar Brotaufstriche, in denen das kleine wertvolle Körnchen steckt.

Amaranth: ein echtes kleines Power-Körnchen

Amaranth hat sich tatsächlich in der letzten Zeit gerade in der Vollwertküche einen festen Platz erobert. Er hat einen hohen Nährwert, ist vielseitig zu verwenden, schmeckt gut und ist vor allem für Menschen mit Glutenunverträglichkeit ein echter Segen. Der regelmäßige Verzehr soll sich bei diversen gesundheitlichen Problemen positiv auswirken.

Andere bekannte Scheingetreide sind übrigens Hirse und Quinoa – ihre Eigenschaften sind mit denen von Amaranth durchaus vergleichbar.

Insofern sind das also mehr als genug Gründe, in Zukunft öfter mal Amaranth auf den Speiseplan zu stellen – ein bisschen Abwechslung in der Küche ist immer gefragt!

 

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