Hanf (Cannabis): Superfood oder Rauschmittel?

Hanf Anwendung und Wirkung
Hanf Anwendung und Wirkung

Die Zeiten, zu denen Hanf als Rauschmittel verpönt war, sind eindeutig vorbei. Hanfsamen sind nämlich außerordentlich gesund. Deswegen gibt es sie mittlerweile auch in allen gut sortierten Lebensmittelmärkten zu kaufen. Produkte aus Hanf erlebten in den letzten Jahre hierzulande sogar einen regelrechten Boom. Und das völlig zu Recht!

Hanf – ein kleiner Rückblick

Die Geschichte von Hanf als Wundersamen ist schon ziemlich alt. Schon von den alten Chinesen und Ägyptern, aber auch in China und Indien wurde Hanf sehr geschätzt und quasi als Heilmittel und als Superfood angesehen. Bereits um 4000 vor Christus war Hanf beliebt und begehrt. Man stellte aus Hanf zum Beispiel schmerzstillende Medikamente her.

Wie wächst Hanf?

Cannabis ist eine äußerst pflegeleichte und genügsame Pflanze mit nur geringen Ansprüchen an den Boden. Hinzu kommt, dass die Pflanze nicht besonders anfällig ist für Schädlinge oder Krankheiten. Das hat zur Folge, dass beim Anbau von Hanf fast immer auf Pestizide oder ähnliches verzichtet werden kann. Ein Argument von vielen, welches für den Verzehr dieses Superfoods spricht. Die Pflanze trägt sogar dazu bei, dass der Boden, auf dem er angebaut wird, in seiner Struktur und in Bezug auf seine Fruchtbarkeit verbessert wird.

In Deutschland wurde im Jahr 1982 aufgrund eines neuen Betäubungsmittelgesetzes der Anbau von Hanf verboten. 15 Jahre später wurde der Anbau dann teilweise wieder erlaubt. Allerdings nur, wenn gewisse Auflagen erfüllt wurden.

Was kann Hanf noch?

Mal ganz davon abgesehen, dass Hanfsamen als Superfood ausgesprochen gesund und ganz nebenbei lecker sind, hat diese Pflanze noch mehr Potenzial. So stellt man auch heute noch aus der Pflanze Kleidung her, man kann damit Schiffstaue produzieren oder Papier gewinnen. Viele bekannte Künstler malten ihre Werke auf Leinen aus Hanf. Aus dem Öl der kleinen Körnchen kann man Farben und Lacke produzieren. Aus den Blättern der Pflanze kann man außerdem Futter für Tiere gewinnen.

Ist Hanf denn etwa keine Droge?

Ja und nein. Hier in diesem Bericht geht es um den Hanf, der ausschließlich als Nutzpflanze verwendet wird. Das heißt, dass genau diese Sorte keinen berauschenden Inhaltsstoff namens THC enthält, so wie es bei anderen Hanfsorten der Fall ist. Wer also Hanf konsumiert, muss nicht zwingend befürchten, sich strafbar zu machen. Hanf hat sich in den letzten Jahren zum Superfood gemausert. Wer ihn regelmäßig konsumiert, so weiß man heute, tut seiner Gesundheit etwas Gutes. Bei dem Hanf, den man im Supermarkt kaufen kann, handelt es sich um Nutzhanf. Dieser ist somit von der EU genehmigt und daher auch völlig legal.

In welcher Form erhält man Hanf?

Mittlerweile gibt es eine ganze Reihe an gesunden Hanfprodukten. Kaufen kann man diese entweder im gut sortierten Lebensmittelladen, im Naturkostladen oder aber im Internet. Die gängigste Form ist sicher die der Hanfsamen und zwar entweder geschält oder ungeschält. Darüber hinaus ist auch reines Hanföl käuflich und sehr gesund. Alternativ gibt es mittlerweile noch verschiedene andere Produkte wie Müsli, Gebäck oder Müsliriegel, in denen sich Hanfsamen befinden. Ziemlich neu auf dem Markt sind Hanfmilch, Hanfjoghurt, Hanftee, Hanfbutter und Hanfbier. Sogar Schokolade mit Hanf findet man in einigen Naturkostläden. Wem das darin enthaltene Protein wichtig ist, der kann sich das wertvolle Hanfprotein in Form von Pulver kaufen.

Auch Kosmetika aus Hanf und Matratzen mit Hanffüllung gibt es mittlerweile zu kaufen. Die Bandbreite an Produkten, die aus Hanf gewonnen werden, ist also enorm.

Die geschälten Hanfnüsse sind zarter im Biss und schmecken etwas sämiger und angenehm nussig. Die ungeschälte Variante hingegen ist eher knackig mit Biss und in der Regel auch länger haltbar. Manche finden es bei dieser Sorte angenehmer, wenn die Körnchen vorher in etwas Wasser eingeweicht werden. Die ungeschälte Variante ist übrigens deutlich günstiger als die geschälte.

Wieviel Hanf sollte man pro Tag zu sich nehmen?

Es gibt hier keine Begrenzung nach oben, denn Hanf kann man grundsätzlich immer essen, sowohl pur als auch in Kombination mit anderen Lebensmitteln. Empfohlen wird in jedem Fall, um von den positiven Eigenschaften zu profitieren, täglich 2-3 Esslöffel davon zu verzehren.

Wie schmeckt Hanf?

Wie oben bereits erwähnt, haben Hanfsamen einen angenehm nussigen Geschmack, der mit dem von Sonnenblumenkernen ganz gut verglichen werden kann. Die ungeschälten Samen werden etwas knuspriger im Biss, wenn man sie vorher kurz anröstet. Dies aber am besten nur bei niedriger Temperatur, da dann die wertvollen Inhaltsstoffe erhalten bleiben.

Was kann man mit Hanf in der Küche alles machen?

Ganz klassisch ist es, das morgendliche Müsli mit Hanfsamen zu verfeinern. Aber natürlich gibt es noch mehr Möglichkeiten, in den Genuss dieses gesunden Samens zu kommen. Echte Feinschmecker knabbern den kleinen Samen nämlich am liebsten pur aus der Hand. Außerdem passen sie zu Salaten, in Soßen, in Pestos, in Desserts und man kann sie auch prima nachträglich übers Essen geben, um ihm einen gewissen Crunch zu verleihen. Sie passen zu süßen Speisen genauso gut wie zu herzhaften. Hanf ist daher mit fast allen anderen Lebensmitteln ganz einfach zu kombinieren. Und natürlich passt es auch hervorragend in jegliche Art von Smoothie.

Für Smoothies bevorzugen viele aber auch das reine Hanfproteinpulver, welches vor allem bei Sportlern sehr beliebt ist. Alternativ verleiht Hanfproteinpulver selber gebackenem Brot einen wunderbar nussigen Geschmack.

Das wertvolle Hanföl eigene sich vorwiegend in der kalten Küche oder alternativ zum Dünsten oder dämpfen. Zum Braten hingegen ist es nicht geeignet. Die wertvollen Inhaltstoffe bleiben am ehesten erhalten, wenn man das Hanföl erst nach dem Fertiggaren der Speisen darüber gibt. Es passt genauso gut in Salatdressings wie in Dips, Smoothies oder Marinaden.

Superfood: Warum ist Hanf so gesund?

Hanf ist als Superfood in gewissem Maße vergleichbar mit dem bei uns heimischen Leinsamen. In diesem kleinen Körnchen stecken nämlich erstaunlich viele gesunde Inhaltsstoffe, was die Pflanze tatsächlich zu einem echten Superfood macht.

Der Hanfsamen an sich ist also eine echte Bereicherung für den menschlichen Organismus. Die Anzahl der darin enthaltenen Nährstoffe und Vitalstoffe spricht für sich. Der Hanfsamen gehört im Übrigen zu den Ölfrüchten, genau wie auch der Leinsamen. Deswegen haben Hanfsamen allerdings ziemlich viele Kalorien: 100 g bringen es auf insgesamt 400 Kalorien, was an den darin enthaltenen Fettsäuren liegt.

Diese Vitamine stecken im Superfood Hanf

Gerade Vitamine finden sich reichlich in den kleinen, hellgrünen Körnchen. Dazu zählen zum Beispiel hochwertige Antioxidantien, die im Körper als Radikalfänger fungieren. Weiterhin enthalten sind die Vitamine E und B2, welche auch unterm dem Namen Riboflavin bekannt ist. In der Pflanze steckt davon vergleichsweise deutlich viel mehr als zum Beispiel in Milch oder Fleisch. Vitamin B2 ist wichtig für den Muskelaufbau, die Schilddrüse sowie für Haut und Augen.

Ganz besonders erwähnenswert: Hanf als Proteinquelle

Bei den Proteinen nimmt das Superfood eine ganz besonders wichtige Rolle ein. Denn das Protein, welches sich im Superfood befindet, versorgt unseren Körper mit wichtigen Aminosäuren. Vor allem L-Arginin und BCAA kommen in großer Menge in Hanfsamen vor. Weiterhin steckt das hochwertige Eiweiß Edestin in Hanf, welches leichter verdaulich ist als vergleichsweise Sojaproteine. Es wird außerdem vom Körper besser aufgenommen.

Insgesamt bestehen Hanfsamen zu 20 bis 24% aus Eiweiß, ein großer Teil von ihnen leicht verdaulich. Außerdem verfügt Cannabis als eine von nur ganz wenigen Pflanzen über ein vollständiges Aminosäuren-Profil und stellt somit nicht nur für Veganer und Vegetarier, sondern auch für Schwangere, Stillende und Hochleistungssportler eine optimale Eiweißquelle dar.

Omega 3 Fettsäuren in Hanf

Leider nehmen viele Menschen von Natur aus zu wenig wertvolle und wichtige Omega Fettsäuren mit ihrer Nahrung auf. Besonders zu beachten ist dabei das korrekte Verhältnis von Omega 3 und Omega 6 Fettsäuren. Genau dieses ist bei den Fettsäuren in Hanf gegeben. Mit ihnen kann der Cholesteringehalt gesenkt werden, zugleich beugt man damit diversen Herzerkrankungen vor.

Zudem verfügt der Hanfsamen über eine ideale Zusammensetzung von ungesättigten Fettsäuren aus Linolen-, Linol- und Gamma-Linolensäure. Letztere ist wichtig für schöne Haut, Nägel und Haare.

Mineralstoffe

In Hanf sind alle für den menschlichen Körper wichtigen Mineralstoffe enthalten. Dazu gehören neben Eisen und Kalzium auch Magnesium, Schwefel und Kalium. Auch hier ist die Zusammensetzung wichtig: Das Superfood enthält die genannten Mineralstoffe in einem ausgewogenen Verhältnis.

Gibt es Unterschiede bei der Qualität?

Hanf ist ein Superfood, das steht schon mal fest. Aber wie sieht es aus mit der Qualität? Wichtig ist, dass der Hanfsamen aus kontrolliertem Anbau stammt bzw. eine Bio-Qualität aufweist.

Die Haltbarkeit von Hanfsamen

Gerade die ungeschälte Variante ist nicht unbegrenzt haltbar. Ideal ist es, wenn die Samen zur Aufbewahrung in ein Schraubglas gefüllt und an einem dunklen, kühlen Ort aufbewahrt werden.

Hier finden Sie weitere Informationen über die Wirkung von Hanf.

 

 

Leave Comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

63 − 56 =