Moringa Anwendung und Wirkung – der Wunderbaum aus Indien

Moringa Anwendung und Wirkung
Moringa Anwendung und Wirkung

Die Moringa ist eine noch recht unbekannte, unscheinbare Pflanze sehr viele nützliche Fähigkeiten und Inhaltsstoffe haben kann. Es gibt eine große Vielfalt an Nutzpflanzen, die dem Menschen bekannt sind. Diese haben meistens jedoch nur sehr wenige Verwendungszwecke. Die Moringa Pflanze ist noch recht unbekannt, zeigt uns jedoch, dass eine unscheinbare Pflanze sehr viele nützliche Fähigkeiten und Inhaltsstoffe haben kann. Gerade in der heutigen Zeit, in der sich die Verbraucher immer mehr mit der Frage beschäftigen, welches Nahrungsmittel besonders gesund ist, haben so genannte Superfoods absolute Hochkonjunktur. Auch Moringa zählt zu den bei uns hier noch nicht allzu bekannten Superfoods. Es bringt in Bezug auf seine positive Wirkung auf den menschlichen Körper ein ausgesprochen großes Potenzial mit sich. Schauen wir uns also diese Superfood-Pflanze doch einmal näher an.

Was ist Moringa?

Moringa ist eine Pflanzengattung, die 13 Arten von Bäumen und Sträucher beinhaltet. Alle Arten haben ähnliche Eigenschaften, jedoch wird lediglich die aus Indien stammende Moringa oleifera, auf Deutsch Meerrettichbaum, in größerem Umfang genutzt. Der Baum wächst sehr schnell, nämlich bis zu 30 cm im Monat, wird aber nur etwa 12 Meter hoch. Das rasant schnelle Wachstum liegt an einem Wachstumshormon und Antioxidans namens Zeatin, welches in größeren Mengen im Baum steckt. Der Stamm ist kurz, genauso verdickt wie die Wurzeln und hat viele, leicht hängende Äste, die etwa 25 cm lange, in viele Fiedern aufgeteilte Blätter tragen.

Superfood Moringa steckt voller Nährstoffe

Moringa-Bäume gelten als nährstoffreichste Pflanze überhaupt und man verwendet die Blätter, sowohl frisch als auch getrocknet, in vielen Entwicklungsländern. Man schwört dort besonders auf die positive Wirkung. Außerdem glaubt man, durch die Einnahme von Moringa aufgrund der hohen Nährstoffdichte einer etwaigen Unterernährung entgegenwirken zu können. Mit dem Verzehr von Blättern oder des daraus gewonnenen Pulvers deckt man nämlich schon beachtliche Mengen des Tagesbedarfs an verschiedenen Vitaminen. Hierzulande gilt Moringa vielmehr als Superfood bzw. als Nahrungsergänzungsmittel.

Die Pflanze und ihre Verbreitung

Die Verbreitung des Moringa-Baums zieht sich von den Tropen über die Subtropen bis hin nach Afrika, Südostasien und den karibischen Inseln. Generell sind alle Teile des Baums essbar und die Wurzeln riechen ganz ähnlich wie Meerrettich. Daher stammt vermutlich auch der Beiname „Meerrettichbaum“. Im Übrigen hält man die Moringapflanze für so gesund, dass sie in seinem Herkunftsgebiet häufig als „Wunderbaum“ bezeichnet wird. Der indische Volksglaube besagt sogar, dass man mit Moringa bis zu 300 verschiedene Krankheiten positiv beeinflussen oder sogar heilen kann. Das mag vielleicht etwas übertreiben klingen, aber wir nehmen dies später in einem anderen Absatz des Texts noch genauer unter die Lupe.

Der Moringa-Baum gilt übrigens als extrem resistent gegen Dürre und wird somit nicht nur Wunderbaum, sondern auch oft als „Baum der Unsterblichkeit“ bezeichnet. Er liebt trockene und sandige Böden geradezu und eine Kombination aus trockenem Klima und nährstoffreichem Boden gilt als ideale Voraussetzung für das Wachstum der Pflanze. Optimale Bedingungen herrschen diesbezüglich z.B. aufgrund des Klimas in Ägypten entlang des Nils. Je besser das Klima, desto nährstoffreicher ist die Pflanze – eigentlich einleuchtend. Ist der Boden, auf dem die Pflanze wächst, zudem ebenfalls nährstoffreich und besteht eine große Sonneneinstrahlung, wird der Wachstum zusätzlich noch begünstigt.

Moringa als „Superfood“ ist aber dem Menschen schon seit Urzeiten bekannt. Immerhin reichen die Ursprünge des Moringa-Baums bis über 5000 Jahre der Menschheitsgeschichte zurück.

Welche Teile der Pflanze werden genutzt?

Dies ist bereits eine der Besonderheiten der Moringapflanze: Es werden alle Teile der Pflanze in irgendeiner Weise genutzt. Die meisten Anwendungen jedoch beziehen sich auf die Samen und Blätter. Deren Ernte schädigt den Baum deutlich weniger, als es bei der Ernte der Rinde oder der Wurzeln der Fall sein kann.

Dabei haben die einzelnen Teile und Produkte aus der Pflanze unterschiedliche Zwecke. Beispielsweise wird das Öl, welches aus den Samen gewonnen wird, als Schmiermittel in Uhren, als Brennstoff oder zu Biodiesel verarbeitet verwendet.

Die wichtigste Bedeutung jedoch haben eindeutig die Blätter. Um aus diesen Blättern ein Kilogramm Pulver herzustellen, werden 10 Kilogramm frische Moringablätter benötigt. Diese werden gepflückt, dann gut getrocknet und zum Schluss zu einem feinen Pulver vermahlen. Man vermutet, dass auf diese schonende Weise die meisten Inhaltsstoffe weitestgehend erhalten bleiben.

Der Moringa Samen

Sogar der Samen des Moringa-Baums hat einen ganz besonderen Stellenwert und einen Nutzen. Man kann daraus Pulver gewinnen, welches sich im Wasser befindende Schwebstoffe und auch Bakterien bindet. Somit sorgt es dafür, dass dieses Wasser aufbereitet wird und als Trinkwasser verendet werden kann. Dafür werden die Moringasamen einfach etwas zerstoßen und sie dann dem verschmutzten Wasser zugefügt. Der Schmutz verbindet sich dann mit den Teilen des Samens und sinkt auf den Boden. Der Rest des Wassers kann bedenkenlos konsumiert werden. Außerdem soll der Samen des Moringa-Baums zudem antibakteriell wirken. Vor allem in Regionen, in den nicht ausreichend sauberes Trinkwasser zur Verfügung steht, ist dieser Effekt äußerst wichtig und nützlich.

Darüber hinaus hat das Öl aus Moringa Samen ebenfalls positive Effekte. Es gehört zu den stabilsten natürlichen Fetten und wird deshalb praktisch niemals ranzig. Deshalb hat es eine nachhaltig antioxidative Wirkung, welche für einen gewissen „Anti-Aging-Effekt“ sorgt. Deshalb ist es sowohl als Salatöl sinnvoll zu verwenden, als auch in Kosmetika für die Haut.

Studien zu Moringa

Bezüglich der Wirkung von Moringa bei Mangelernährung gibt es tatsächlich eine entsprechende Studie: Im Jahre 1997 wird von der Organisation CWS ein Projekt gestartet, bei dem festgestellt werden sollte, ob Moringabätter zur Bekämpfung von Mangelernärhung in Senegal beitragen können. Man gab das Pulver vor allem Frauen und Kindern und konnte nach einiger Zeit tatsächlich einen verbesserten Gesundheitszustand der Versuchspersonen feststellen.

Weiterhin stellte man bei Versuchen an Ratten fest, dass Moringa sowohl den Blutzucker- als auch den Cholesterinspiegel zu senken vermag. Ob diese Erkenntnisse allerdings 1: 1 auf den Menschen übertragbar sind, ist derzeit noch unklar.

Moringa-Produkte, die man im Laden kaufen kann

Die Blätter des Moringa-Baums, die besonders gesund sind, werden in der Regel zu Pulver vermahlen. Somit ist die mit Abstand häufigste Erscheinungsform in unseren Supermärkten und Naturkostläden die des Pulvers. Wer das Pulver geschmacklich nicht so sehr mag oder nicht genau weiß, was er damit anfangen soll, kann alternativ zu Moringa Kapseln greifen. Hier ist sowohl die Dosierung als auch die Einnahme kinderleicht. Erhältlich sind solche Kapseln entweder im Naturkostladen oder aber im Internet.

Ein wenig Kritik

Viele Hersteller propagieren Moringa als das Superfood schlechthin und stellen Behauptungen auf, dass die Pflanze wesentlich mehr Nährstoffe enthalte, als die allgemein dafür bekannten Nahrungsmittel. Dies ist schlichtweg gelogen oder würde die Tagesdosis weit überschreiten! Ebenfalls bedenken sollte man, dass Moringa zwar tatsächlich gesund ist, aber eben auch nicht deutlich gesünder als die uns hier regional zur Verfügung stehenden Superfoods. Dazu gehören z.B. Löwenzahn, Brennnessel oder auch Weizengraspulver. Vergleicht man die Inhaltsstoffe, können regionale Pflanzen und Kräuter ganz gut mithalten. Moringa ist also durchaus ein Superfood, aber eben nicht DAS Superfood schlechthin, für welches es häufig erklärt wird. Trotzdem bietet Moringa durch die Anzahl verschiedener Inhaltsstoffe eine sehr gute Nahrungsergänzung.

 

 

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