Superfood Aronia

Superfood Aronia - Heilpflanze - Anwendung, Wirkung und Studien
Superfood Aronia – Heilpflanze – Anwendung, Wirkung und Studien

Die Suche nach gesundheitsfördernden Stoffen und vor allem Nahrungsmitteln aus der Natur lässt auch die Wissenschaft immer neue, obgleich altbekannte Pflanzen, untersuchen. Und die Wirkung ihrer Inhaltsstoffe auf ihre Wirkungsweisen hin erforschen. Dabei zeigt sich, dass lange bekannte Pflanzen ein viel größeres Heilpotential haben, als bisher angenommen. So auch die Apfelbeeren der Gattung Aronia.

Herkunft und Geschichte der Aronia

Der Name Aronia ist die wissenschaftliche Gattungsbezeichnung der Apfelbeeren aus der Familie der Rosengewächse. Zu dieser Familie gehört eine Vielzahl von Obstsorten wie Äpfel, Birnen, Pflaumen, Pfirsiche, Aprikosen oder auch Erdbeeren. Aber auch bereits bekannte Heilpflanzen wie beispielsweise der Weißdorn.

Die Gattung der Apfelbeeren umfasst nach aktuellem Stand nur noch drei Arten. Die Filzige Apfelbeere A. arbutifolia, die Schwarze Apfelbeere A. melanocarpa, sowie die Hybridart A. x prunifolia, welche aus einer natürlichen Kreuzung der beiden erstgenannten Arten hervorgegangen ist. Weitere natürliche Hybride, die aus Kreuzungen mit verschiedenen Arten der Mehlbeeren entstanden sind, werden heute nicht mehr zu den Apfelbeeren gezählt.

Neben den genannten Arten gibt es noch zwei Varietäten der A. melanocarpa. Diese werden in die großblättrige Form A. melanocarpa var. grandifolia und die Kahle Apfelbeere A. melanocarpa var. melanocarpa unterschieden. Wie bei praktisch allen anderen Pflanzen, die als Obst genutzt werden, wurden auch aus den Apfelbeeren mehrere Sorten heraus gezüchtet.
Die Gattung ist ursprünglich vom Osten Nordamerikas bis in die mittleren USA verbreitet. Als Zier- und Nutzpflanze wird sie jedoch auch in weiteren Gebieten Nordamerikas und in Europa angepflanzt.

Die ersten Pflanzen außerhalb Nordamerikas wurden um das Jahr 1910 vom russischen Obstbauern und Biologen Iwan Mitschurin eingeführt. Sie verbreiteten sich von Russland und Polen aus über den Rest Europas aus. In Deutschland werden Apfelbeeren insbesondere in Brandenburg und Sachsen angebaut. Das Anbaugebiet bemisst sich auf rund 400 Hektar und hat im Jahr 2015 einen Ertrag von etwa 470 Tonnen der beiden hauptsächlich angebauten Arten A. arbutifolia und A. melanocarpa erbracht.

Die Pflanze

Die Apfelbeeren sind kleine bis mittelgroße Sträucher von 1 bis 3 Meter Höhe. Sie sind reich verzweigt, blühen im späten Frühling bis in den Frühsommer hinein. Anschließend produzieren die kleinen Beeren, die im botanischen Sinne gesehen Apfelfrüchte sind. Bei Apfelfrüchten handelt es sich um eine Sonderform der Balgfrucht, wie sie insbesondere vom Sternanis bekannt ist. Diese kleinen Äpfelchen sind es, die die größte Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Je nach Art sind sie rot oder fast schwarz und insbesondere die Schwarze Apfelbeere ist aufgrund ihrer Inhaltsstoffe als Heilpflanze bekannt. Die Früchte reifen zwischen Mitte August und Anfang Oktober.

Inhaltsstoffe der Apfelbeeren

Apfelbeeren sind vor allem als Obst bekannt. Die etwa erbsengroßen Früchte werden traditionell zu Marmelade verkocht, zu Saft verarbeitet oder als Trockenfrüchte verweendet. Doch die gleichen Inhaltsstoffe der Früchte, die sie zu einem sehr vielseitigen und gesunden Obst machen, lassen bei näherer Betrachtung auch die Anwendung als Heilpflanze sinnvoll erscheinen.

Von den beiden am häufigsten angebauten Arten ist vor allem die Schwarze Apfelbeere interessant. Die nahezu schwarzen Früchte haben eine einzigartige Zusammensetzung an Inhaltsstoffen. Die Farbe wird durch Anthocyane und Flavonoide hervorgerufen, für die bereits bei anderen Pflanzen positive Wirkungen belegt wurden. Bereits an der Farbe ist ersichtlich, dass die Schwarze Apfelbeere eine höhere Konzentration dieser pflanzlichen Farbstoffe enthält. Ebenfalls eindeutig ist, dass ihr Nutzen höher zu bewerten ist.

Ähnlich wie viele andere Obstsorten auch, bestehen frische Apfelbeeren zu über 80 % aus Wasser. Die übrigen rund 15 bis 20 % werden zum Großteil von Kohlenhydraten ausgemacht. Diese bestehen hierbei selbstverständlich nicht ausschließlich aus verwertbaren Zuckern. Lediglich knapp die Hälfte der Kohlenhydrate, nämlich 7 % der gesamten Frucht bestehen etwa zu gleichen Teilen aus Fructose und Glucose. Weitere 0,5 % bestehen aus Pektin und weitere 5,6 % werden von Ballaststoffen wie Lignin oder Cellulose ausgemacht.

Fette und Eiweiße sind mit rund 1,5 % beziehungsweise 0,7 bis 2 % in erwartungsgemäß geringer Konzentration enthalten.

Geschmack

Besonders wichtig sind jedoch die übrigen Inhaltsstoffe. Hier sind zunächst die verschiedenen Säuren zu nennen. Die L-Äpfelsäure stellt dabei mit etwa 1,5 % den größten Anteil und trägt auch maßgeblich zum süßlich-sauren Geschmack der Apfelbeeren bei.

Wie in sehr vielen anderen Rosengewächsen auch, enthalten die Kerne von Apfelbeeren Amygdalin. Dieser Stoff wird fälschlicherweise oft als Vitamin B17 bezeichnet. Tatsächlich ist Amygdalin der Ausgangsstoff für die hochgiftige Blausäure. Da diese jedoch in einer Konzentration von maximal 1,2 mg pro 100 g vorhanden ist, ist sie bei einer üblichen Verzehrmenge von Apfelbeeren völlig unbedenklich. Für eine lebensbedrohliche Aronia Wirkung müssten mindestens 4,2 kg der Früchte verzehrt werden!

Viele Vitamine und Mineralien sind enthalten

Weitere, vor allem gesundheitsfördernde Inhaltsstoffe, werden von einer ganzen Reihe an Vitaminen und Mineralien gestellt.

Zu den wichtigsten Vitaminen, die in den Früchten enthalten sind, zählen das Vitamin B9, welches besser unter dem Namen Folsäure bekannt ist. Vitamin B2, Vitamin E, Vitamin K, Vitamin P, Vitamin C und das Vitamin, bzw. Pro-Vitamin A. Dabei ist besonders das Vitamin C mit einem Gehalt von 21 mg oder mehr pro 100 g in besonderem Maße zu betonen.

Die in Apfelbeeren vorhandenen Mineralien werden vor allem von 30 mg Calcium und 20 mg Magnesium, sowie Eisen, Zink, Kalium ausgemacht.

Zusätzlich zu den genannten Inhaltsstoffen, welche den Großteil in Apfelbeeren ausmachen, sind noch weitere Stoffe in geringen Konzentrationen vorhanden. Dazu zählen Phosphor, Jod, Kupfer, Mangan, Ellagsäure, Gerbstoffe und Phenole.

Inhaltsstoffe können schwanken

Da Apfelbeeren ein Naturprodukt sind, sollte man alle Angaben mit Vorsicht genießen. Die Inhaltsstoffe einer Pflanze, vor allem ihrer Früchte, ist immer nur als eine Stichprobe anzusehen, welche auch tatsächlich für die Mengenbestimmung gemacht wurde. Es kann durchaus sein, dass andere Quellen eine andere Zusammensetzung benennen werden. Dies zeugt jedoch keinesfalls von Fehlern, sondern nur von einer unabhängigen Messung. Als natürlich gewachsenes Produkt kann die Zusammensetzung in Abhängigkeit vom genauen Erntezeitpunkt, vom Wetter und vom Standort der Pflanze abhängig, schwanken. Selbst die genaue Stelle, an der die Früchte an ein und derselben Pflanze gewachsen sind, können die Werte beeinflussen. Aus diesem Grund sind verlässliche Durchschnittswerte auch noch nicht etabliert. Darüber hinaus darf man nicht vergessen, dass es sich um zwei bzw. drei verschiedene Arten handelt, die diesem Umstand entsprechend auch etwas verschieden sind. Zum Vergleich: Blumenkohl, Rosenkohl und Kohlrabi sind lediglich eine einzige Art!

Bereits aus dieser vielseitigen Zusammensetzung dieser Obstart lässt sich erkennen, dass die Aronia Wirkung durch unterschiedliche Bestandteile hervor gerufen werden kann. Die Aronia Anwendung ist vor allem davon abhängig, welchen Bedarf an Vitalstoffen durch ihre Nutzung gedeckt oder zumindest anteilig aufgefüllt werden soll.

Aronia Studien

Die gemachten Aussagen werden durch diverse Studien und andere Veröffentlichungen gestützt. Um sich selbst ein Bild von Aronia Studien und Veröffentlichungen zu machen, welche die hier gemachten Aussagen stützen, soll hier eine Auswahl genannt werden.

Die Aussagen bezüglich der Wirkung von Ellagsäure werden, wie bereits erwähnt, nicht durch Aronia Studien, sondern durch Untersuchungen mit dem Granatapfel gestützt. Eine geeignete Quelle ist: http://www.wonderfulpomegranateresearch.com/media/pdf/health/ABAV_2007_Ferreira_01.pdf

Die Aronia Studien bezüglich der Wirkung von Aronia auf Patienten mit Brustkrebs und nach Operationen wurden unter folgendem Titel veröffentlicht: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22101070

An dieser Stelle soll zusätzlich darauf hingewiesen werden. Selbst Ellagsäure, welche wahrscheinlich für den Großteil der Wirkungen verantwortlich sein dürfte, lediglich als Nahrungsergänzungsmittel zugelassen ist. Dies bedeutet jedoch, dass eine tatsächliche Heilwirkung bisher nicht hinreichend belegt wurde und eine solche nicht beworben werden darf.

Superfood Aronia Fazit

Die Apfelbeeren der Gattung Aronia haben eine vielfältige Zusammensetzung an Nährstoffen, Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen. Auf der Suche nach neuen, außerordentlich gesunden Nahrungsmitteln wurde in den letzten Jahren auch diesem Obst ein erhöhtes Interesse zuteil. Apfelbeeren sind durchaus als gesundes Obst zu betrachten, da sie ähnlich wie andere Obstarten viele Vitalstoffe enthalten. Sie sind dazu geeignet, einen Teil des Tagesbedarfs zu decken.

 

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